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Ritterburg
 07:43:31, 24. Eloria 367 Forum Email
 

Die Sldner-Helden

AAAARRRRGGGHHHH!
Mde erhebt Cina seine Streitaxt, um sich den schreienden zerlumpten Gestalten entgegen zu stellen. Er hatte bereits seit Tagen kein Gold mehr in der Tasche - sein Sold hatte er beim nchtlichen Chait-uk mit den Soldaten unter seinem Kommando verspielt. - Nun lagen die meisten von Ihnen im Gras, blutend aus duzenden von Wunden, und warteten auf den Tod ...
Kurz erhob er den Blick zum fahlen Mond der wie das rote glhende Auge eines Dmons durch die Wolken schimmerte, dann waren Sie ber Ihm. Seine Welt schrumpfte zusammen. Seine Instinkte bernahmen die Herrschaft ber seinen Krper und mobilisierten die letzten noch verbliebenen Kraftreserven. Der Geruch nach Schwei und Angst drang in seine Nase. Sein Arm hob und senkte sich mit mechanischer Gleichgltigkeit durch Ringpanzer in Muskeln und Knochen. Schreie prallten von Ihm ab wie die Waffen seiner Gegner.

Etwas war anders. Sein Blick lste sich von seiner Waffe kurz nachdem er sie, von zher Flssigkeit schimmernd, auf der anderen Seite des ungeschtzten Soldatenhalses zum Vorschein kommen sah. Ein Quietschen. Ein sonderbarer, slicher, wohlbekannter Geruch legte sich ber seine Nase wie eine Schlinge und lie Ihn nach Luft schnappen.

Decius!
Bei Melot dem Vater des Schwertes, nein!! Die wohlbekannte hnenhafte Gestalt aus Stahl trat durch den Ring der schnaufenden Soldaten auf Ihn zu. Decius und er waren nie Freunde gewesen, falls Decius berhaupt so etwas wie Freunde hatte. Aber er kannte Ihn nur zu gut, denn Sie gehrten der selben Zunft an. Waren Vertreter und Bekehrer des Selben Glaubens. Sie glaubten an das Schwert - Ihr Leben war der Tod anderer. Cina fate sein Schwert fester. Bereit ein weiteres Mal zu sterben, denn gegen Decius hatte er alleine nicht den Hauch einer Chance. - Vor allem nicht in seinem Zustand ...

- da sprte er das Kribbeln. Sein Blick lste sich nicht von seinem Gegenber und er sah wie auch durch die Mauer aus Stahl ein zittern ging. Die Wiederbelebung!

Erleichtert sank er auf den Boden - und sprte mehr als er es sah, da Decius sich neben Ihn fallen lie. Er blickte auf seinen Arm, und sah wie die Wunden der letzten Stunden sich schlossen. Fhlte wie die Wrme in Ihm aufstieg, und alle Mdigkeit aus seinem Krper prete.

8 Wendungen des Rades vor der tiefsten Stunde der Nacht. - Jeden Tag - Seitdem er wie seine Brder und Schwestern den Eid der Sldner. Den Eid auf das Schwert abgelegt hatte, um Herscher und Beherschter zu gleich zu werden. Herrscher ber seine Mannen im Krieg, und Gold genug um niemals Not leiden zu mssen, aber gleichzeitig immer unter dem Befehl von einem der Ritter, die Herscher ber Alirion zu seien glauben. Ah - er hatte schon mehr gesehen, als sie! Die Zeit wird kommen an dem auch die Ritter erkennen werden, da es noch andere ... - aber dies ist eine andere Geschichte, nun war er hier, hier auf dem Schlachtfeld...

Ein irres Glucksen entrann seiner Kehle als er sich umdrehte und Decius die abgespreitzte Rechte entgegenhielt - das Zeichen das er "Herrenlos" war und somit kein Kampf gefhrt werden durfte. Decius stie einen rollenden Laut aus - und griff unter seinen berwurf um die behandschuhte Hand mit einem Beutel wieder hervor zu ziehen. "Isss weissss - mein Herrrrr mssttteeee dichhss anweerben - hierr isssss dune Besssaalung". Mit einem klirren landete der Beutel neben Cina im Gras. "Den Ressst bekommsssst du ssspter"
...

Cina nickte. Er durfte keinen Auftrag ablehnen. Sein abgelegter Eid zwang Ihn zu unbedingtem Gehorsam. Er lies den Sack unbesehen in seinem Mantel verschwinden, und erhob sich widerwillig. Die Soldaten hatten sich hinter die nchste Baumreihe zurckgezogen - erschreckt vor dem was Sie nicht verstanden. "Unssser Befehhl lautet dasss Dorf zsssu plndern und niederzsssubrennen. Keiner sssoll berleiben"

Decius wandte sich ab, um seine Soldaten zu sammeln, und Cina trat in den Schatten eines nahen Baumes. Seine Schlfen pochten, und ein Klo steckte ihm im Hals. Er war noch nicht lange Sldner - nicht so lange wie Decius zumindest. Er wischte sich mit seiner linken ber die Augen. Ein Sldner DARF keine Schwche zeigen! Aber innerlich schrie er vor hilfloser Wut auf. - Aber so war es nunmal. Jetzt mute er das Dorf angreifen, was er eben noch mit seinem Leben zu verteidigen suchte...

Decius und seine Soldaten stampften voran auf das unbefestigte Dorf zu, verschwanden aus seinem Blickfeld und kamen vor seinem geistigen Auge wieder zum Vorschein als die Schreie der Bewohner zu ihm herber hallten.

Cina setzte sich in Bewegung, das Schwert eines Gefallenen in seiner Hand.

Am Rand des Dorfes lief Ihm jemand entgegen. Thomas. - Der Sohn der Weberin, der Ihm gestern noch einen Anhnger geschnitzt hatte als sie zusammen unter der groen Eiche im Zentrum des Dorfes saen, um die Mittagshitze abzuwarten. Seine Augen weiteten sich vor Freude als er Cina auf sich zukommen sah. - Sein Mund ffnete sich um etwas zu sagen, und blieb offen, als die zwei Fu Stahl in Cinas Hand sich durch seinen Brustkasten schoben.
Ihre Blicke kreuzten sich, und in den Augen des sterbenden Jungen war Unverstndnis und Schmerz zu lesen. Dann trbten sie sich, und der erschlaffte Krper rutschte von der gesenkten Klinge.

Cinas Hand zitterte, und nun rollte wirklich ein salziger Tropfen aus seinem Auge. Der Junge wrde nicht wieder geboren werden, wie er. Er wrde nicht die Wrme und den Schmerz spren, nicht die Krmpfe und die Alptrume haben wie Cina wenn er im Tempel der Sldner aus der Dunkelheit erwachte.

Cina versuchte sich zusammen zu reien. - Es war blo ein Mensch. Ein ganz gewhnlicher Arbeiter. Kein Held wie er. Mit einem unechten Lcheln wandte er sich ab, und stie seinen Kriegsschrei aus....

Der Anhnger brannte auf seiner Haut, und er unterdrckte den Drang Ihn von seinem Hals zu reien. - Hoffendlich war diese Schlacht bald zu ende, dachte Er, und ging tiefer in das Dorf um den nchsten Todgeweihten zu finden.

----Cornelius Anmerkungen----


"Aber die meiste Zeit verbringen die Sldner mit Weib, Gesang und schumendem Bier in den Tavernen Alirions" Tiefsinnige Gedanken ber ihren Beruf, oder Ihre Berufung machen sich die wenigsten. Und auch unser Freund Cina ist nach diesem "Intergemetzel" wieder fein zur Tagesordnung bergegangen, und hat sich einen Krug Bier besorgt.

Ja wahrlich: "Wer nicht am Trinken Freude hat, der ist ein Narr" sprach es dar aus seinem Munde!

Und um abschlieend noch einmal die "Weisheit" unserer Schwerttragenden Jnger anhand eines Zitates darzulegen:
"Toren besuchen im fremden Land die Museen, Weise gehen in die Tavernen"

Wer also mit Sicherheit um die Liebe zum Bier und den Hang zum Feiern seines Sldners zu wissen glaubt ... dem will dieser Text diese Seite (des Sldners) nicht absprechen ... - aber die Kehrseite der Mnze ist dster so seid Euch gewiss!

 

 
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