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Ritterburg
 07:31:09, 24. Eloria 367 Forum Email
 

Tage des Chaos

Magie ist, wie wir heute wissen, kein pltzlich auftretendes Phnomen. Sie ist allgegenwrtig, wie ein unsichtbarer Nebel, und die Zauberei versucht nichts anderes, als ihr Form zu geben, sie in andere gewnschte Bahnen zu lenken. Doch manchmal und gerade beim Einsatz groer Sprche milingt dieses, wird gebndelte Magie wieder frei, und lt sie mitunter bizarre und gefhrliche Formen annehmen. Uns so war es nur eine Frage der Zeit, bis auch der Krieg der alten Vlker seine Folgen zeigte...

Ruhig und ahnungslos weidete das Reh auf der Lichtung. Die Sonne warf sanft ihre Strahlen durch das Bltterdach, ein leichter Wind blie aus dem Westen, alles war friedlich. Das Tier bemerkte nicht, wie sich ohne das kleinste Gerusch die Bsche hinter ihm beiseite schoben. Fr einen kurzen Augenblick blitzte die Spitze eines Speeres auf und verschwand wieder im Dickicht; der Jger holte zum Wurf aus.
Pltzlich wurde das Reh unruhig. Es blickte auf und starrte ngstlich zwischen die Bume vor sich. Kaum einen Augenblick spter sprang ein Schatten aus dem Dunkel der Bume hervor und warf sich mit alles Wucht auf das junge Tier. Mit einem lauten chzen brach es unter der Gestalt zusammen, ein letzter Schrei entkam seiner Kehle, dann zerfetzte der Unbekannte seinen Hals.

Wtend sah Lord Asteroth auf den unbekannten Angreifer. Er legte seinen Speer beiseite und fauchte seinen Knappen an "Junge, gib mir meine Keule!". Dieses war sein Wald, niemand durfte hier jagen, und schon gar kein Fremder. Entschlossen die Keule schwingend und mit grimmigen Blick trat er aus dem Gebsch hervor und betrachtete das Schauspiel, welches sich dort bot. Die Gestalt lag noch immer ber dem blutberstrmten Tier und schien sich an seiner Grausamkeit zu erfreuen. "He, Du, Dieb, steh auf!" rief Lord Asteroth dem Unbekannten zu. Dieser reagierte prombt, und zum ersten Mal konnte der Lord ihn im Sonnenlicht betrachten. Seine Haut war lehmig wie Erde, er trug keine Kleidung, und an seinem Krper wuchs nicht ein einziges Haar. Asteroth blickte auf uns sah in zwei ebenfalls lehmig-braune, tote Augen. Fr einen Augenblick zgerte er, dann umschlo er fest seine Keule und griff an. Mit einem mchtigen Hieb traf er den Krper der Kreatur, doch diese schien sich davon nicht beeindrucken zu lassen und schlug mit blanker Faust zurck. Es entbrannte ein heftiger Kampf, nichts was Asteroth tat schien dem Wesen etwas anhaben zu knnen, bis er mit einem wtenden Hieb auf den Kopf des Fremden traf. Wie einen Haufen Sand durchhieb der Schlag den Schdel, und das Wesen brach zusammen. Lord Asteroth bckte sich, und betrachtete die Reste seines Gegners genauer "Sand!", murmelte er, "Junge", rief er seinem Knappen zu, "Sieh Dir das an, das Viech war aus Erde gemacht!" Hastig eilte er zurck zur Hauptstadt und berichtete von seinem Erlebnis.

Niemand mochte ihm zunchst glauben, doch im Laufe der Wochen huften sich in allen Reichen die Meldungen ber hnliche Vorflle. Nach einiger Zeit trafen sich die Weisen der groen Reiche in Sotul, um diese Vorflle zu erklren. Und nach einigen Tagen fanden sie die Lsung. Die geweckten Krfte des groen Krieges waren noch lange nicht zur Ruhe gekommen. Sie manifestierten sich in allem, auf das sie gerade trafen, in Erde, Stein oder in Toten, es sollen sogar riesige, silberugige Wlfe. Und so entstanden Golems, Zombies und Werwlfe, und noch viele andere, noch nie gesehene Kreaturen.

Doch zudem wurden nach kurzer Zeit weitere beunruhigende Nachrichten vernommen. Viele der nach Alirion gesegelten Helden waren bereits frh gescheitert, ihre Drfer und Stdte waren herrenlos und wurden von Anarchie und Chaos regiert. Von diesen Orten ging eine hnlich groe Gefahr aus, ihre fhrungslosen Bewohner streunten durch die Umgebung und berfielen ahnungslose Reisende. Schon bald rotteten sie sich in greren Trupps zusammen und machten sich daran, andere wohlhabendere Siedlungen zu berfallen.

Und so zog zum ersten Mal seit der Landung in Alirion die Angst in alle Drfer der neuen Welt. Dieses waren die Feinde aller Menschen, und er mute irgendwie aufgehalten werden.

 

 
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