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Ritterburg
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Des Knigs Geschichte

Kapitel 1

Aufbruch (erzhlt von einem Zeremonienmeister)

"Niemals", Knig Felbin schmetterte seine behandschuhte Faust auf die Tischplatte.
Ein Kelch mit Wein wurde von der Erschtterung getroffen und rollte ber die Tischplatte davon, whrend sich sein roter Inhalt wie eine Blutlache ber die Tischplatte ausbreitete.
"Du wirst dich nicht von meinem Hof entfernen Argrus!", grollte der Knig, "Deine Pflicht ist hier, an meiner Seite!"
Der Zeremonienmeister gab einem Diener, der darauf gebckt und mit starr aufgerissenen Augen herbeieilte, durch einen Wink zu verstehen er solle die Weinlache beseitigen.
"Mein Vater, ich habe alles studiert was es zu lernen gab! Ich beherrsche die Politik und die Intrige wie Ihr! Ich habe die Wissenschaften gelernt, und die Meister bertroffen. Eure Buchhalter zittern vor meinen gelegentlichen Besuchen in Ihren Stuben! Hier gibt es fr mich nichts mehr zu erreichen, und nichts wird mich halten meiner Bestimmung zu folgen!"
Der Knig, dessen goldener Kelch pflichtbewut wieder gefllt worden war, schleuderte mit einem lauten Aufschrei das Prunkstck samt der kostbaren Flssigkeit gegen die nchste Mauer. Der Diener der sich nur durch einen schnellen Sprung hatte vor dem Gescho retten knnen, drohte vor Angst in Ohnmacht zu fallen.
Argrus Lancedar, ltester Sohn Knig Felbins stand, regungslos wie ein Fels in der Brandung: "Mein Vater, Ihr werdet mich nicht umstimmen knnen! Ich habe beschlossen mich auf die Wanderschaft zu begeben. Meine Suche hat erst begonnen und... "
"Du bist nicht irgendein hirnloser verrunzelter Scharlatan, der magische Tricks auf dem Marktplatz vorfhrt, um sich von belustigten Brgern ein paar Almosen zu verdienen! Du bist der Sohn des Knigs. Du bist mein Nachfolger! Ausgebildet zu herrschen! Du solltest deine Pflichten erkennen!"
Der Zeremonienmeister gab einen erneuten Wink an den Diener, der sich daraufhin mit kaum zu verhehlender Erleichterung verbeugte und entfernte.
Lancedar stand dem mchtigsten Mann ganz Bralkaras mit ausdrucksloser Miene gegenber. Mnner die das dreifache an Jahren zhlten wren lngst vor Furcht im Dreck gekrochen doch der junge Argrus stie lediglich einen resignierten Seufzer aus und hob erneut in belehrendem Ton seine Stimme: "Mein Vater, ich habe gesagt was zu sagen war. Nun werde ich tun was zu tun ist. Meine Liebe und Zuneigung seien Euch versichert, und vielleicht wird mich mein Weg eines Tages zurck zu diesem Thron fhren. Einstweilen aber ist der Weg mein Ziel. Ich wnschte wir wrden freundlicher voneinander gehen, aber ..."
Mit diesen Worten wandte sich der Sohn des Knigs um, und schritt zielstrebig durch die Gnge des Palastes in dessen Mauern er sein ganzes bisheriges Leben verbracht hatte.
Er bemerkte nicht mehr wie der erneut gefllte Kelch noch ein letzes mal brllend durch die Luft flog, und mir Nase und Wangenknochen zerschmetterte.

Kapitel 2

Wanderschaft

Der alte Zeremonienmeister strich sich gedankenverloren ber eine Narbe am Kinn, welche das Alter so verblat hatte, da sie unter den ledernen Falten des eingefallenen Gesichtes kaum mehr zu sehen war.
"Ja seht mich ruhig an! - Leider war es das unangenehme Nebenprodukt des standhaften jungen Mannes, da meine Erscheinung derart verwstet war, da ich nicht mehr als Zeremonienmeister taugte. Eine kleine Htte am Flu und ewige finanzielle Dankbarkeit des mchtigsten Mannes auf Bralkara waren die Folge. Nun zumindest bekam ich genug um mir hin und wieder ... naja ihr wit schon zu leisten"
Der Mann der es sich zur Angewohnheit gemacht hatte mit dem Rcken zum Fenster zu sitzen, und somit sein Gesicht in Schatten zu tauchen, lachte trocken.
"Naja, was soll ich klagen? Aber Ihr wollt sicherlich noch mehr von Argrus Lancedar hren, nicht war?
Whrend ich also oben an meinem eigenem Blut wrgend auf den Steinfliesen lag, schwang sich Argrus auf sein Pferd und verlie mit seiner persnlichen Elitekompanie das Schlo. Jahre vergingen, Argrus reiste durch ganz Bralkara auf der Suche nach dem altem Wissen, weisen Menschen und lngst vergessenen Schriften. Und was das erstaunlichste ist - er fand es auch! War seine Suche auch zunchst fr eine kindische Eingebung gehalten worden, so zeigte sich doch bald, da es wohl nicht nur Legenden waren die von Zauberei und Magie berichteten!
Ich hatte die Ehre des fteren vom Knigssohn besucht zu werden. Er hatte mich in guter Erinnerung gehalten und war sehr bekmmert ber meinen - ehm meinen Zustand und mein Dasein.
Er war schon eine Ehrfurcht erregende Gestalt, in seinem schwarzen Kettenhemd, dem dunklen Umhang mit dem eingestickten Wappen seiner Ahnen. Ja, und wenn er dann mit mir zusammen in meiner kleinen Htte sa und gedankenverloren dem neuesten Hofklatsch lauschte den ich zu berichten hatte, oder von seiner Wanderschaft erzhlte ...
Er kehrte Jahre nicht nach Hause zurck. Verschwand teilweise fr Monate.
Erst als die Fremden kamen, die drei Alten Rassen wie ich nun wei, trat er zum ersten Male wieder ffentlich auf ...

Kapitel 3

Historisches Kapitel Bralkara

Dieses Kapitel ist nun ausfhrlich in der Bralkara-Geschichte beschrieben.


Kapitel 4

Die Alten (erzhlt von einem Soldat)

Ja und dann kamen die Alten. Wit ihr - die meisten Menschen hatten wirklich 'ne Menge Respekt vor denen!
Also die einen waren 'ne ziemliche Menge gro und aus Stein. Die anderen waren so Fellviecher, wei auch nicht, die waren sich ziemlich hnlich aber ich glaub das waren zwei verschiedene, denn die einen waren irgendwie grer ... kann natrlich auch sein, da da nur die Kinder von denen da rumrannten. Na jedenfalls gab Argrus uns den Befehl, mit ihm zu den hinzureiten. Kein Problem fr uns, schlielich waren wir mit dem schon an ner Menge komischer Orte gewesen. Hey, ich hab Dinge gesehn die htte sich meine stinkende Frau Mama nicht in ihren dunkelsten Fiebertrumen htte sich vorstellen knnen!
Naja, wir kamen also da an. Die alle ganz wichtig am schauen. Wir alle ganz grimmig am stieren. Argrus voll interessiert am gucken. Und dann fingen die an in ner Sprache zu palavern, von der hab ich gar nix verstanden. Jedenfalls blieben wir also da bei denen im Camp. Haben uns gemtlich unser Reh geschmort und ein wenig von unseren Weibern erzhlt. Die Typen haben sich alle mit Argrus verzogen. Nur ein paar von den kleinen Typen mit den Haaren ham versucht uns irgendwelchen Plunder zu verkaufen. Naja sie hatten kein Bier, und keiner von denen sah hbsch genug aus um mal nachzusehen obs denn 'ne Mann oder 'ne Frau ist. Naja, witzig eh? Jedenfalls ham die uns nicht verstanden, was wohl gut ist denn sonst wrn die sicherlich ganz schn rot geworden unter den Fellspitzen!

Wir kamen von da an wirklich nicht ganz selten in die Drfer von denen. Naja und irgendwann waren sie dann weg. Mir hat niemand gesagt wohin, aber irgendwie waren alle aufgeregt und rannten herum.
Niemand wute was wirklich passiert war, weil niemand dabei war, aber viele Leute hatten viele Meinungen die sicherlich auch viel falsch waren, weil ja niemand dabei war. Naja ...

(Bericht von Nalin Folkersdale, Untergardist von Knig Argrus Lancedar, kurz bevor er sich mit zu viel Bier derart betrunken machte, da er drei Tage danach zu spt zum Dienst erschien.)

Kapitel 5

berfahrt

Nachdem die Alten Rassen von einem Tag auf den anderen verschwunden waren, kndigten nur leere und verlassene Wohnsttten von der kurzen Anwesenheit der Alten auf Bralkara.
Argrus aber hatte durch die vielen Gesprche, die er im Laufe der Zeit mit den Angehrigen aller Rassen gefhrt hatte, viel gelernt.
Er wute als einer der ersten Menschen auf Bralkara um die Existenz von Alirion jenseits des Meeres, was bisher als unberwindbar galt.
Er war so angetan von den Mglichkeiten auf der anderen Seite des Meeres neues Wissen zu erlangen, da er sich nach dem Verschwinden der Alten direkt zu seinem Vater aufmachte.
Der Zwist der beiden Mnner war im Laufe der Jahre abgekhlt, Agrus jngerer Bruder hatte sich als fhiger Nachfolger fr die Regentschaft herausgestellt und Argrus Bemhungen hatten, wenn auch nicht Freude, so doch zumindest Anerkennung bei seinen Eltern gefunden.
Von einer glcklichen Familienzusammenfhrung konnte dennoch nicht gesprochen werden als Argrus an einem verregneten Frhlingstag durch das Tor der vterlichen Burg ritt.
Was in dem Raum, indem einige Jahre zuvor noch ein wtender Streit die beiden getrennt hatte, besprochen wurde, drang nicht an die ffentlichkeit. Einige Stunden spter aber sah man Argrus mit einem Lcheln den Raum verlassen. Einige Wochen spter fuhr er weit sichtbar an der Spitze einer groen Schiffsflotte auslaufen. Einige Monate spter setzte er als erster seinen Fu auf Alirion.
Argrus hatte von den Fhrern der Alten die meisten der magischen Gegenstnde erhalten, die von den Gttern erschaffen, zur sicheren berfahrt dienten. Die verbliebenen sollten schon bald von Abenteurern dazu verwendet werden, ebenfalls zum neuen Land aufzubrechen. Nicht wie sie kam aber Argrus, zusammengekauert und arm, stinkend in die Ecke eines berfllten Frachters gekauert, auf der anderen Seite des Meeres an: Sein Gefolge bestand aus den besten Kriegern seines Vaters, den besten Beratern und den besten Handwerkern. Seine Schiffe waren angefllt mit sonderbaren magischen Apartaturen. Kisten mit Gold waren aufgebahrt neben Ballen wertvoller Stoffe in den blauen Herrscherfarben des Hauses Lancedar.

Als die ersten Abenteurer Alirion erreichten, war aus Argrus Lancedar bereits das geworden, was er zunchst niemals seien wollte: Argrus Lancedar hatte sich selbst zum Knig gekrnt und bernahm das Zepter ber ein groes leeres Land voller wilder Kreaturen und einen Haufen verlauster Menschen.

 

 
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